Auerbachs Keller Leipzig

Der “Auerbachs Keller” in Leipzig

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Der traditionelle Auerbachs-Keller bedient die deutsche Küche in einem überaus historischen Ambiente. Goethes Tragödie “Faust”, mit seinem berühmten “Zauberlehrling”, zieht jährlich hunderttausende Gäste aus aller Welt an. Über 700 Gäste täglich fordern vom gesamten Personal Höchstleistungen.

Ich habe mich natürlich vor meinen letzten Besuch im Auerbachs-Keller im Internet über die Gerichte, deren Preise und den Bewertungen informiert. Erstaunt war ich über die Vielfalt der gegensätzlichen Bewertungen und möchte für etwas Verständnis argumentieren.

Wenn ich unser Lieblingsrestaurant besuche, wartete ein eingespieltes Team auf meine Bestellung. Freundlichkeit, Kompetenz und Qualität sind stets konstant, abgesehen von Kleinigkeiten.

Eine gastronomische Einrichtung wie der Auerbachs-Keller, mit teilweise über 1.000 hungrigen Gästen an Spitzentage, wird nicht von einem Kellner und einem Koch am Laufen gehalten, hier arbeitet eine ganzen Armee. Hier liegt das Problem. Der Auerbachs Keller ist – im Gegensatze zum Lieblingsrestaurant – auch ein Ausbildungsbetrieb. Weder die sonst leckere Rinderroulade wird stets vom Chefkoch persönlich gefüllt, noch der Tomatensaft immer durch eine voll ausgebildete Servicekraft serviert. Bei meiner Bestellung vergas die Bedienung zum Tomatensaft Salz und Pfeffer zu reichen. Natürlich entschuldigte sie sich, korrigierte ihr Versäumnis. Aber mal ehrlich – ein nicht perfekt durchgebratenes Steak oder ein ohne Salz und Pfeffer servierter Tomatensaft ist in einem Ausbildungsbetrieb genau so menschlich, wie die stechende Migräne einer Fachkraft mit 30 Jahre Erfahrung – so etwas passiert.

Fazit
Wer perfekt bekocht und bedient werden will, sollte zum “Gastwirt seines Vertrauens” gehen. Wer den Auerbachs-Keller besucht, bekommt Kultur, Geschichte und Flair geboten. Einmal an dem Ort sein, wo schon Martin Luther, Lessing und Goethe Speis und Trank fanden. Die Speisekarte ist für hunderttausende ausländische Besucher nur Beiwerk. Vergessen sollte nicht werden – in diesem touristischen Unternehmen bedienen und kochen nicht nur Fachleute, sondern auch unzählige Auszubildende und Aushilfen.
Ein freies WLAN für Gäste existiert (2019) nicht. Oberflächlich betrachtet scheint dies nicht erforderlich zu sein – es gibt je genug Eindrücke zum verarbeiten – doch gerade deswegen zückt Jeder gern das Smartphone um dank der Wikipedia den Eindrücken auch Informationen zuordnen zu können. Da haben die Pächter des “Auerbachs-Keller” nicht zu ende gedacht.

Der Auerbachs-Keller ist in verschiedene Räumlichkeiten unterteilt. Das größte Platzangebot findet sich im “Großen Keller”, erbaut 1912 bis 1914. Serviert wird überwiegend sächsische Hausmannskost zu moderaten Preisen, aber auch internationale Gerichte stehen auf der Karte. Dass es hier nicht immer leise und gediegen zugeht, sollte jedem klar sein. Eine gewisse “Bahnhofsatmosphäre” aufgrund zügiger Frequention und einer engen Bestuhlung (500 Personen auf ca. 594 m²) lässt sich nicht leugnen.

Verbunden mit dem großen Keller sind die Salons „Helena“ und „Anton Mädler“ mit einem Platzangebot für bis zu 45 Personen. Gebucht werden diese Räume gern für kleinere Feierlichkeiten.

Vier weitere Räume gehören zu den sogenannten “historischen Weinstuben”. Sie werden für Veranstaltungen ab 20 Personen zur Verfügung gestellt.
Die bekanntest Weinstube ist natürlich der “Historische Fasskeller”. Dem bekanntesten Gast des Auerbachs-Keller – Johann Wolfgang Goethe – wurde natürlich eine eigene Weinstube gewidmet, der “Goethe Keller. Aber auch Luther wird im “Lutherstübchen” gehuldigt.