Die richtige DashCam rettet den Urlaub!

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Wenn es hart auf hart kommt, sind die Aufnahmen Ihrer DashCam oft die letzte Rettung in Seenot. Doch aufgepasst – in einigen Ländern können bestimmte Modelle den Strick am Galgen bedeuten!

Die grüne Versicherungskarte, der ADAC Club, ein elektronischer Übersetzer sowie das Formular “europäischer Unfallbericht” gehören in jedes Reisegepäck. Ein Unfall – ob klein oder dramatisch – passiert immer dann, wenn man damit nicht rechnet. Ein Parkplatz-Rempler, ein kleiner Rückfahrt-Unfall oder die klassische Vorfahrts-Delikte.

Das Geschrei ist dann gros, vor allem auf der Seite der ausländischen Unfallbeteiligten. Ihre Mentalität macht aus jeder Mücke einen Elefant und ebenso hört es sich auch an. Und wer spricht schon die Landessprache im Urlaubsland perfekt genug um etwas zu verstehen? Die Übersetzer-App kommt bei diesem Redeschwall gar nicht erst hinterher. Was also tun? Nun, rechtzeitig eine geeignete DashCam installieren.

In Deutschland halte ich eine DashCam nicht unbedingt für nötig. Schnell sind Zeugen angesprochen, Personalien aufgenommen und die herbeigerufene Polizei wird schon heraus finden, wer rechtzeitig bremste oder wer ungebremst wem auffuhr. Im Ausland hingegen ist immer mit Fahrerflucht und Falschdarstellungen der Unfallbeteiligten zu rechnen. Hier – finde ich – ist eine DashCam unbedingt erforderlich.

=== In welchen Land KEINE DashCam nutzen?
In Österreich wird eine Genehmigung benötigt. In den Ländern Belgien, Luxemburg, Portugal und der Schweiz wird durch den ADAC von der Nutzung dieser Geräte aufgrund unsicherer Gesetzeslage (2018) abgeraten. Dort kann es vorkommen, dass es nach der Nase des Polizisten geht.

=== DashCam mit Radarwarner = Bußgeld bis Haftstrafe
In einigen Ländern sind Radarwarner oder Radarwarner-Apps auf dem Smartphone verboten. In Polen dürfen nur originalverpackte Radarwarner mitgeführt werden, Apps sind ebenfalls verboten. Es droht jedoch nur ein Bußgeld.
In Tschechien wird es extrem teuer. Egal ob ein Radarwarner als Gerät oder einer App auf dem Smartphone – etwa 7.300 Euro knöpft die Polizei ihnen ab. Und das ist kein Witz, umgerechnet 7.300 Euro.
Nur wenige Länder in Europa erlauben die Nutzung von Radarwarngeräten oder Apps. Wenn ihr eine DashCam kauft, prüft bitte ob sie eine Radarwarner-Funktion hat und wie sie FUNKTIONIERT.
Sollte die Blitzwarnung über eine eingebaute App erfolgen, die anhand einer POI-Liste (Point of Interrests) arbeitet, kann man in Deutschland Glück bei einer Kontrolle haben. In Ländern mit einem Verbot derartiger Funktionen würde ich lieber nichts riskieren und solch eine DashCam nur auf Parkplätzen gegen Parkrempler und Einbrecher nutzen.

=== DashCam Speicher
DashCam nutzen eine externe Speicherkarte. Achten sie bitte auf die maximale Größe der erlaubten Speichermedien. 32 MB sollte (Stand 12/2018) das Minimum sein. 64 GB ist okay. Der Speicherplatz legt fest, wie viele Minuten an Videomaterial in bester 4K-Auflödung in der Endlosschleife aufgenommen werden kann.

=== PKW Überwachung auf dem Parkplatz
Im Ausland sollten Sie ihr Auto auch beim Parken unter Aufsicht haben. Neben einer ausreichend aufgeladenen Autobatterie benötigen Sie eine DashCam mit entsprechender Funktion. Eine weitere nützliche Funktion ist in diesem Zusammenhang ein integriertes Mikrofon zur Aufnahme der Sprache etwaiger PKW-Einbrecher.

=== Ist eine DashCam sinnvoll? Nein, zwei sind sinnvoller
Stellen Sie sich vor, ein Dieb bricht ihren Kofferraum auf – können Sie ihn mit der DashCam an der Frontscheibe sehen? Nein. Stellen sie sich vor, jemand fährt ihnen hinten auf – nimmt ihre Frontscheiben-DashCam diesen Vorfall auf? Nein.

=== Nützliche Funktionen einer DashCam
Zuerst ist da natürlich das eingebaute Mikrofon, um die Aussagen der Unfallteilnehmer für spätere Ermittlungen aufnehmen zu können.
Eine Funktion um Standbilder zu knipsen ist auch nützlich.
Eine eingebaute Blitzerwarnung per POI ist in den meisten Ländern jedoch verboten.
Eine Fernbedienung? Nun, die hätte ich gern gehabt. Um ein Standbild zu machen, muss man sich sonst aus dem Sitz bei 190 Km/h befreien, den superkleinen Mini-Drücker erwischen, auslösen und hoffen dass sich die Ausrichtung der DashCam nicht verändert hat.

=== Aufgepasst!
Die DashCam benötigt Strom. Doch Sie verfügen wahrscheinlich lediglich über eine USB-Ladebuche neben dem Zigarettenanzünder. Und der wird benötigt oft schon genutzt um das Smartphone der Tochter zu laden. Kaufen Sie sich also vor dem Urlaub einen USB-Verteiler für mehrere Endgeräte und wenigen Euros. Achten Sie auch auf den maximalen Ausgangsstrom des Adapters – nicht Volt. Der verfügbare Strom legt fest, wie viele Geräte per USB Anschluss bedient werden können.

Durch den Einsatz der DashCam im Parkhaus sollte der PKW-Akku nicht aus dem letzten Loch pfeifen oder sich über Nacht entladen.