Prag Straße

Panne in Tschechien: Und plötzlich ist der Akku alle …

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Vor 20 Minuten sprang der Wagen noch an. Nach einer Pause bei ausgeschaltetem Motor, mit voller Beleuchtung und Navi-Nutzung sowie aufgedrehtem Autoradio ging plötzlich nichts mehr.

Nach dem Auschecken im Hotel wollten wir noch ein kleines Frühstück einnehmen. Das dem Hotel angegliederte Restaurant kam nicht in Frage, der Oberkellner war uns nicht symphytisch gewesen. Die Wahl fiel auf McDonald, einer kleinen Filiale in Prag abseits des Zentrums ohne Parkplatz. Wir mussten notdürftig „irgendwo“ parken. Dort wo wir parkten, durften wir aber nicht länger parken. Und dann sprang der Motor nicht an. Klack-Klack-Klaaa … aack. Prima. Zuerst waren wir etwas ratlos. Kurze Zeit danach – völlig ratlos. Uns wurde erst einmal bewusst, dass wir weder die Einheimischen verstanden, noch gut genug die englische Sprache beherrschten. Letzteres hätte auch nicht geholfen, da auch in Tschechien nicht jeder englisch spricht.

Wo bekommen wir Strom her?
Anschieben fällt weg wegen „Diesel“. Ein Dieselauto mit leerem Akku kann man nicht anschieben.

Also fragten wir Passanten nach einem Taxistand. Jeder Taxifahrer in Deutschland führt ein Starthilfekabel im Auto mit, warum sollte das in Tschechien anders sein? Problem nur: Niemand verstand uns. Um diese Uhrzeit waren nur einheimische Rentner und Schichtarbeiter auf der Straße anzutreffen. Und die sprachen nur ihre Heimatsprache.
Doch wir hatten noch mehr Einfälle. Also wieder zurück in die McDonald Filiale. Jemand vom Personal kann bestimmt englisch verstehen und sprechen. So war es dann auch.
Wir fanden einen Taxistand und fragten die polnischen Taxifahrer nach Starthilfe. Erfolglos. Kein einziger der herum stehenden tschechischen Taxifahrer konnte oder wollte uns helfen, ihnen fehlte angeblich der nötige Starthilfekabel.

Es wäre alles total einfach, wenn wir nicht erst wenige Wochen zuvor unsere ADAC Mitgliedschaft gekündigt hätten. Jahrelang gezahlt, jahrelang nix passiert. Wenn in Deutschland mal der Akku alle ist – die Hilfe eines Taxifahrers ist günstiger als die Premium-Mitgliedschaft beim ADAC. An Pannen im Ausland dachten wir bisher nie.

Eine Alternative gab es noch: Wir kaufen in der nächsten Tankstelle selber ein Starthilfekabel und bitten die Taxifahrer erneut um Hilfe. Wenn auch das nicht klappt, weil es entweder kein Starthilfekabel an die Tanke zu kaufen gibt, oder die Taxifahrer plötzlich alle vom Taxistand verschwunden sind, wären wir wirklich aufgeschmissen. Zumal sich die langsam Handys entluden und irgendwann nicht einmal mehr unsern Google Übersetzer zur Hilfe hätten.

Der letzte Geistesblitz war aber die Lösung und Hilfe. Wir fütterten unseren elektronischen Übersetzer mit „Können sie uns bitte Starthilfe für das Auto geben?“ und zeigten ihn den erstbesten Autofahrer, der neben uns parkte. Zuerst waren wir skeptisch, er schaute nicht sehr freundlich drein, eher etwas mürrisch. Doch dann lief er wortlos um sein Auto herum, öffnete seinen Kofferraum und holte eine Starthilfekabel hervor – wir waren noch nie so Glücklich währen der Reise.

Ende Gut – alle Gut. Von Prag aus bis nach Leipzig haben wir den Motor kein einziges Mal abgestellt. Glücklicherweise war der Tank voll genug um einen Stopp an der Zapfsäule zu vermeiden.

Ab jetzt werden wir immer unser Starthilfekabel im Auto lassen und entweder einen optionalen Schutzbrief für unsere Haftpflicht abschließen, oder erneut die ADAC-Mitgliedschaft beantragen. Wir haben aus dieser Situation gelernt.

 

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