Trickbetrug, Erpressung und andere Betrugsmaschen in Ägypten

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Wo sich viele Touristen tummeln, gehen auch Betrüger, Nepper und Bauernfänger ihrer dubiosen Arbeit nach. Ägypten macht da keine Ausnahme.

Trickbetrug beim Geldwechsel
Am häufigsten wird in Ägypten beim Geldwechsel betrogen. Bei einer Masche möchte ein Ägypter seine Euromünzen von einem Touristen in ägyptische Pfund getauscht bekommen. So geschehen in Hurghada. Ein Ägypter bot seine Euromünzen einer Frau zu einem guten Kurs an. Statt offiziell 80 wollte er nur 50 Pfund (LE) für die Euromünzen haben. Die Frau fand das Angebot verlockend und war dabei. Sie nahm die Euromünzen und gab dem Ägypter – wie abgesprochen – eine 50 Pfundnote. Der Man lenkte kurz ab, steckte den Geldschein schnell in die Hosentasche, holte sie wieder hervor und hatte plötzlich – eine 50 Piaster Banknote in der Hand. Aufgebracht behauptete er, sie habe sich vertan und er möchte jetzt seine Euromünzen zurück haben. Die Frau weigerte sich. Der Ägypter rief einen Kumpan herbei, beide redeten wild auf sie ein und einer packte sie am Arm. Sichtlich erschrocken rief sie schnell ein Taxi. Als die Männer versuchten die Frau durch die Autoscheibe zu ziehen, schimpfte der Taxifahrer laut und fuhr weg.

Was stimmt: Ägypter können auf ihrer Bank nur Euroscheine, aber keine Euromünzen umtauschen. Sie bleiben auf den Euro Münzen sitzen, außer ein Tourist erklärt sich bereit die Euromünzen zu tauschen.

Aber es geht noch dreister. Ein Pärchen rief ein Taxi für eine Fahrt von Hurghada zum Beach Albatros, 40 Pfund waren ausgemacht. Der Taxifahrer fragte, ob sie ihm 50 Pfund geben können, er würde ihnen 10 Pfund zurück geben. Okay, der Fahrgast gab dem Taxifahrer 50 Pfund. Der Taxifahrer nahm das Geld an, bemängelte plötzlich einen kleinen Riss im Geldschein und bestand auf eine andere 50 Pfundnote. Der Taxifahrer gab dem Fahrgast aber nicht den angerissenen 50 Pfundschein zurück, sondern eine 50 Piaster Note. Der Fahrgast bemerkte diesen Trick nicht gleich, sondern gab dem Taxifahrer tatsächlich eine andere 50 Pfundnote. Als aber auch diese nicht “gut genug” war und der Taxifahrer jetzt lieber mit einer 100 Pfundnote bezahlt werden sollte, ….. ahnte der Fahrgast was hier abgeht.

Den selben Geld-Zähl-Trick findet man auf Basaren und überall dort, wo kleine Händler Waren oder Dienstleistungen anbieten.

Nötigung: Teurer Kamelritt zu den Pyramiden – oder Fußmarsch durch die Wüste
Wer auf mit dem Taxi zu den Pyramiden fahren möchte, kann mit dem folgende Szenario konfrontiert werden: Einige Kilometer vor den Pyramiden wird das Taxi von “Guides” zum Anhalten genötigt, die Weiterfahrt wird versperrt. Begründung: Man müsse auf ein Kamel umsteigen, da man sonst mehrere Kilometer zu Fuß durch die Wüste laufen muss. Lassen Sie sich nicht beirren und bestehen auf die Weiterfahrt mit dem Taxi. Drohen Sie mit der Touristenpolizei.

Betrugsmasche: Die “große Urlaubsliebe”
Über diese Betrugsmasche muss eine vernünftig denkende Frau wohl nicht gewarnt werden. Hurghadas ehemaliger deutsche Honorarkonsul, Peter-Jürgen Ely, lebt seit 27 Jahren in der Stadt und kennt den professionell organisierten Betrug. Seinen Schätzungen nach kommen jährlich – allein in Hurghada – mehrere Tausend Frauen zu Schaden. Zu den Opfern gehören nicht nur ältere Damen, sondern auch junge Deutsche Frauen. Die “Habibis” (Lieblinge) haben oft mehrere Frauen am “laufen”.

Das abzocken liebesbedürftiger Frauen ist nicht nur in Ägypten anzutreffen – aber in Ägypten wird es übertrieben.

Die österreichische Autorin Kascha Brigitte Lippert schreibt in ihrem Buch: “Wenn man so naiv ist wie diese Frauen, dann kann man ihnen nicht mehr helfen.”

Angeblich Kein Wechselgeld in der Supermarktkasse – Betrag wird aufgerundet
Ein beliebter Trick: Der Supermarkt hat ausgerechnet bei Ihnen kein Kleingeld in der Kasse. Die Ware kostet 35 LE, ihre kleinste Geldnote ist ein 50 LE (Pfund) Schein. Sie können entweder Wurzeln schlagen bis in der Kasse wieder Wechselgeld ist – oder Sie runden großzügig auf. Für Sie sind 15 ägyptische Pfund nur 0.84 Eurocent, für den Ägypter ist das ein Stundenlohn!

Auch hier gilt – Betrag vorher ausrechnen und ausreichend Münzen parat haben, oder den Einkauf aufstocken. Lieber kaufe ich eine Dose Cola zusätzlich, als auf diese billige Masche reinzufallen. Nicht der fehlende Geldbetrag ist das Schlimme, sondern die Frechheit der Täter.

Erpressung: 20 Euro für ein Foto
In einigen Fällen sollten Touristen nach einem Kamelritt für ein geknipstes Foto 20 Euro bezahlen, sonst würde man sie nicht vom Kamel absteigen gelassen.